Bretagne

“Armorica” – das war früher der Name der Bretagne, als sich noch die Kelten und Römer dort bekämpften. “Armorica” bedeutet “vor dem Meer” – eine bessere Definition könnte es für die Bretagne überhaupt nicht geben. Der neue Name “Bretagne” erinnert deutlich an die Nähe zu Großbritannien. Nur ein schmaler Teil des Atlantischen Ozeans liegt zwischen beiden Ländern – und so soll auch König Artus einst an den Küsten der Bretagne eingetroffen sein, um in dem Land nach dem Heiligen Gral zu suchen. Nicht umsonst war es schließlich ein französischer Autor, welcher den ersten Artus Roman veröffentlichte.

Auch heute noch erscheint die Bretagne wie ein Land voller Legenden. Eine davon umrankt den vielleicht berühmtesten Ort der französischen Provinz. Mont Saint Michel gehört nicht nur zum Weltkulturerbe der Menschheit, es ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in ganz Europa. Auf einer kleinen Insel im Ärmelkanal liegt Mont Saint Michel der bretonischen Küste vorgelagert. Schon im Mittelalter war dieser Ort eine Pilgerstätte – seit der Erzengel Michael dem Abt eines Klosters den Befehl gegeben haben soll, auf der winzigen Insel eine Burg zu Ehren Gottes zu errichten.

In Quimper findet man ein Gotteshaus ganz anderer Art. Hier liegt einer der prachtvollsten gotischen Dome in Frankreich.

Heute wirkt St. Malo an der Mündung des Flusses Rence in den Atlantischen Ozean wie ein beschauliches kleines Städtchen. Einst zogen von hier aus die französischen Freibeuter in alle Welt. Der Berühmteste unter ihnen hieß Surcouf, im Museum über die Stadtgeschichte erfährt man mehr über ihn und auch über Abbée Foure, der nahe der Stadt, in Rothéneuf, Jahrzehnte auf einem Felsen verbrachte. Dieser ist heute das Wahrzeichen der Stadt.
In St. Malo befindet sich außerdem das größte Gezeitenkraftwerk der Welt.

Ihre geradezu magische Wirkung zieht die Bretagne vor allem aus den Zeiten der Kelten, als dort die riesigen Menhire aufgestellt wurden, welche man zum Teil heute noch bewundern kann – wie beispielsweise den Menhir von Saint Duzec. Es kursiert auch die Legende über eine versunkene Stadt, Ys, welche vor der bretonischen Küste gelegen haben soll. Wenn man solche Erzählungen nicht nur hören, sondern auch erleben will, dann sollte man die geheimnisvolle Küstenlandschaft im Herbst oder Winter besuchen. Dann ziehen Nebelschwaden um die Felsen und erzeugen eine magische Stimmung. Im Sommer fühlt man sich als Besucher mehr wie die Maler Monet in Belle Ile oder Gauguin in Pont-Aven, wo einige der farbenprächtigsten Bilder der Maler entstanden. Eine beste Reisezeit ist schwer auszumachen für die Bretagne, sicher ist aber, dass keinesfalls ein Besuch am Kap Fréhel fehlen darf. Die Klippen fallen 70 Meter tief zum Meer ab – eine grandiosere Aussicht gibt es nicht.